BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

im Frankfurter Nordwesten

Zwischen Heddernheim und Berkersheim

Niddaweg wird gesperrt

18.08.26 – von Christine Holch –

Der Weg wird glatt asphaltiert und etwas breiter – aber dafür ab 24. 8. gesperrt. Auch an Insekten und Baumwurzeln ist gedacht

Der Fuß- und Radweg am südlichen Niddaufer wird zwischen Heddernheim und Berkersheim voraussichtlich ab der letzten Augustwoche gesperrt. Grund: Sanierung des Abschnitts von kurz vor der Unterführung unter der A 661 bis hinter die Homburger Landstraße, etwa Höhe Nordpark. Dauer: sechs bis acht Wochen, schätzt die zuständige Behörde, die Stadtentwässerung Frankfurt.

Ziel ist es, die bislang in großen Teilen gekieste Strecke auf 2,6 Kilometer Länge glatt zu asphaltieren und außerdem durchgängig eine gleichmäßige Breite von drei Metern zu erreichen. Das sind an manchen Stellen rund 40 Zentimeter Zuwachs. Die Umleitung wird über Feldwege parallel geführt und ausgeschildert.

Bislang ist der Weg zwischen Heddernheim und Berkersheim großenteils gekiest. Offiziell nennt sich dieser Belag „wassergebunden“. Weil der autofreie und (fast) ampelfreie Niddauferweg mittlerweile so viel benutzt wird, wurde dieser Belag disfunktional. Bei Regen entstehen riesige Pfützen, die die Leute über die Wiesen umfahren, was nicht sein soll, sagte Verkehrsdezernent Wolfgang Siefert bei der Vorstellung des Sanierungsprojekts. Und in Trockenzeiten sei der Weg übermäßig staubig – auch nicht schön für Pendler:innen, die ins Büro fahren.

Nun also kommt ein heller Asphalt aus Sanden und Splitter. Der heize sich um bis zu 20 Grad weniger auf als Bitumen, so der Verkehrsdezernent. Dunkelasphalt heize sich im Sommer bis 70, 80 Grad auf. Da machten 20 Grad weniger schon einen Unterschied. Übrigens auch für die Insekten, die solch eine heiße Barriere nicht überqueren. Vorteil für die Menschen: Der Weg ist auch in der Dämmerung besser erkennbar. Eine elektrische Beleuchtung nämlich wird es im Landschaftsschutzgebiet nicht geben.

Übersicht der Sanierungsstrecke des Nidda-Uferwegs © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Stadtentwässerung

Auch an die Baumwurzeln ist gedacht, Baumwurzeln drücken ja gern mal durch die Wegdecke (siehe Foto). Früher hat man sie einfach abgesägt, was den Bäumen eher nicht gut bekam. Frankfurt probiert nun Wurzelbrücken aus. Das sind kleine Stahlbrücken, die beim Neuaufbau des Wegs über die Wurzeln gelegt werden. Die Wurzeln bleiben also intakt.

War der Weg an der Nidda einst nur „Betriebsweg“, etwa fürs Grünflächenamt, so ist er heute eine der wichtigsten Rad-Verbindungen in Frankfurt. Die Radzählstelle beim Eschersheimer Freibad erfasste im Juli 2026 fast 60 000 Fahrräder. Mit der Sanierung des Stücks zwischen Heddernheim und Berkersheim erreiche man einen guten Ausbaustandard, sagte der Verkehrsdezernent. Der Abschnitt zwischen Niddabrücke in Harheim und Eschbachbrücke in Bad Vilbel wurde 2025 saniert, knapp zwei Kilometer. Auch zwischen Rödelheim und Hausen wurde bereits saniert.

Das nördliche Niddaufer bleibt, wie es ist: mal ein Trampelpfad durch Wiesen, mal mit einer wassergebundenen Decke versehen. Wer es zu Fuß an Wochenenden auf der südlichen Niddaseite zu stressig findet, kann auf der nördlichen Seite in Ruhe spazierengehen.

Die Stadt bittet eindringlich, die Vollsperrung zu akzeptieren und nicht etwa Schilder umzustellen und Absperrschranken zu öffnen. Das gefährde ahnungslose Passant:innen und verzögere zudem die Bauzeit. Beispielsweise verschlechtere sich die Aushärtung des neuen Belags.

Der Verkehrsdezernent und die Fachleute von der Stadtentwässerung hatten noch ein Anliegen: Bitte weniger Aggression gegenüber den Beschäftigten der Stadtentwässerung SEF und bitte mehr Rücksicht zwischen den verschiedenen Nutzer:innen des Wegs. „Rücksicht macht Wege breit“, ist an einer Stelle des Niddawegs auf dem Asphalt zu lesen.

Link zur Pressemeldung der Stadt Frankfurt

 

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